Karl-Heinz Haase zum Thema Baumgutachten

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Karl-Heinz Haase sendete zu dieser Lindenallee in Ahrensbök den folgenden Leserbrief an die LN, die ihn leider nicht veröffentlichte. Herr Haase beschreibt darin die Crux mit Gutachten und deren Aussagen. Hier kommt sein Brief im Original.

„Leserbrief zur aktuellen Diskussion Linden Untertrave

Als Bürger der Hansestadt Lübeck, der am 18.Dezember über die Linden an der Untertrave entscheiden soll, stehe ich vor einer ziemlich schwierigen Situation. Es gibt einerseits Fachgutachten, die den Linden sehr gute Überlebenschancen geben und andererseits Gutachten, die besagen, dass diese Bäume die kommenden Umbaumaßnahmen nicht überstehen würden. Wem also glauben, wenn man wie ich keine Ahnung von Bäumen und Biologie hat? Wie nur kann man als Laie dem Dilemma sich widersprechender Fachgutachten entkommen? Es gibt wohl nur einen Weg: Man recherchiere, welcher der Gutachter in der Vergangenheit in vergleichbaren Fällen zutreffende oder gar falsche Vorhersagen gemacht hat. Da ich zur Skepsis neige, fange ich gleich mal bei einem Gutachter an, der meine Position vertritt, nämlich für den Erhalt der alten Bäume spricht. Das ist Dr. Lutz Fähser. Bei meiner Recherche stoße ich auf eine Begebenheit, die sich vor etwa 28 Jahren in Ahrensbök nördlich von Lübeck zugetragen hat.
Dort sollte auf dringendes Anraten einer bekannten Lübecker Firma für Landschaftsplanung und Baumpflege der gesamte Bestand an ca. 60 jährigen Linden, ca. 50 Bäume, entlang der Durchgangsstraße und rund um das Rathaus gefällt und durch neue Bäume ersetzt werden, weil die Linden angeblich morsch und verkehrsgefährdend wären. Eine Sanierung wäre ausgeschlossen. Den Protest der Bevölkerung griff der BUND Ostholstein auf und bat den damaligen Forstdirektor Dr. Fähser aus Lübeck um dessen Stellungnahme. Nach Ortsbesichtigung zusammen mit den Beteiligten empfahl dieser, die Linden intensiv in bestimmter Weise zu beschneiden. Dem Bürgermeister gegenüber übernahm er auf dessen Bitten die Garantie, dass die Linden überleben und danach vital weiter wachsen würden.
Genau das ist geschehen. Die Gemeinde hat erhebliche Kosten der Fällung und Neupflanzung gespart, die Linden wuchsen und wachsen kräftig weiter, und das von der Bevölkerung geliebte typische Ortsbild mit Linden wurde erhalten, was jeder bei der Durchfahrt durch Ahrenbök auch heute bewundern kann.“

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